Förderung militärischer Fähigkeiten

Militärische Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen von Zeit zu Zeit aufgefrischt und erweitert werden. Reservisten und Reservistinnen werden als Soldat weitergebildet. Nur so ist gewährleistet, dass das Wissens- und Erfahrungspotential der Reservisten und Reservistinnen erhalten bleibt sowie den aktuellen Aufgaben der Bundeswehr im erweiterten Aufgabenspektrum angepasst wird.

Der Reservistenverband organisiert dazu eigenständig oder im Zusammenwirken mit Dienststellen der Bundeswehr aufbauend auf vorhandene individuelle Kenntnisse und Fertigkeiten abwechslungsreiche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in den Handlungsfeldern:

  • Individuelle Grundkenntnisse und Fertigkeiten
    \“Individuelle Grundkenntnisse und Fertigkeiten\“ bedeutet, allgemeine Ausbildungsgebiete, die im Rahmen von Einzelausbildung vermittelt werden. Hier geht es um den Erhalt vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten. Alle hier vermittelten Themen sind Basis für die übrigen Handlungsfelder.
    Hier einige Beispiele: Sanitätsdienst aller Truppen, Waffen- und Geräteausbildung, Körperliche Durchhaltefähigkeit, Gefechtsdienst aller Truppen, Fernmeldedienst aller Truppen, Schießausbildung, usw.
  • Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung

Durch \“Vorbereitung auf internationale Konfliktverhütung / Krisenbewältigung\“ sollen Reservisten und Reservistinnen vor dem Hintergrund des großen Bedarfs an Spezialisten und Spezialistinnen thematisch an die Aufgabenstellungen der Streitkräfte herabgeführt werden, ohne dass der jeweiligen Kontingentausbildung vorgegriffen wird.
Hier einige Beispiele: Kontrollpunkt (Checkpoint, Verhandlungsführung, Personenkontrolle, Kfz-Kontrolle, Streife, Minenkunde (mine awarness), Spähtrupp / Patrouille, Überwachung, Objektschutz, ROE-Schießen, Kampf gegen irreguläre Kräfte, u.s.w.

  • Hilfeleistungen der Bundeswehr bei Katastrophen- u. besonders schweren Unglücksfällen

Die \“Hilfeleistungen der Bundeswehr\“ basieren auf Grundlage der Erfahrungen aus den Hochwassereinsätzen. Hier sind die vorhandenen Ausbildungsgebiete (z.B. SE-Ausbildung) zu nutzen. Damit werden in Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips Überschneidungen mit den Tätigkeiten anderer Hilfsorganisationen vermieden. Die Zusammenarbeit mit den diversen Hilfsorganisationen hingegen ist zweckmäßig und dient der Vorbereitung sachgerechter Hilfeleistungen durch die Streitkräfte.
Hier einige Beispiele: Kenntnisse im Katastrophenschutz, Organisation des Katastrophenschutzes, Selbstschutzausbildung (SE), Retten und Bergen, Hochwassereinsätze, Pionierdienst aller Truppen, Sanitätsdienst aller Truppen, Fernmeldebetrieb, Verbindungswesen, Gefechtsstandausbildung, u.s.w.

  • Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger

Der \“Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger\“ entspricht weitgehend dem Spektrum \“Landesverteidigung gegen einen konventionellen Angreifer\“. Als Grundlage für eine Straffung und Weiterentwicklung dient der bisherige \“Ausbildungsstoff für die Förderung militärischer Fähigkeiten\“.
Hier einige Beispiele: Gefechtsdienst aller Truppen, Waffen- und Geräteausbildung, Schießausbildung, Objektschutzausbildung, Fliegerabwehrausbildung, Panzerabwehrausbildung, Wachausbildung, Wachschießen, u.s.w.

  • Qualifizierung für Beorderungen

Die \“Qualifizierung für eine Beorderung und für die Tätigkeit als Führer und Ausbilder\“ dient der Erhaltung und Verbesserung der Führer- und Ausbilderqualität von Reserveoffizieren und Reserveunteroffizieren. Hierzu zählen insbesondere Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet Taktik und Menschenführung im Einsatz sowie alle Lehrgänge, die auf die Ausbildung der Ausbilder abzielen. Es sollen aber auch Ungedienten im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten an die Bundeswehr herangeführt und bedarfsgerecht für Beorderungen und / oder Einsätze gewonnen werden.
Hier einige Beispiele: Führeraus- und Weiterbildung, Taktikausbildung, Menschenführung, u.s.w.

Besonders beliebte und anspruchvolle Formen der militärischen Weiterbildung sind die vom Streitkräfteamt angebotenen Veranstaltungen, die im Rahmen Dienstlicher Veranstaltungen (DVag) oder Wehrübungen durchgeführt werden. Dazu zählen

  • Lehrgänge für die militärische Aus- und Weiterbildung sowie zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten
  • Vielseitigkeitswettkämpfe im In- und Ausland
  • Marschveranstaltungen im In- und Ausland
  • Schießwettkämpfe im In- und Ausland

Der Verband bietet darüber hinaus zentrale Weiterbildungsseminare an:

  • Verbesserung der Führungsfähigkeit von Reserveoffizieren durch taktische Weiterbildung
  • Lehrgänge in Zusammenarbeit mit der DLRG zum Erwerb deren Lehrscheines